Jedes Stück ein Unikat

Einzigartiges Handwerk: Nortex präsentiert 14 Gesellenstücke der Tischlerinnung Neumünster

Neumünster. Alles aus einer Hand – und jedes Möbel garantiert ein Unikat: 14 angehende Jungtischler der Tischlerinnung Neumünster zeigen ihre Gesellenstücke bei Nortex. Zu sehen sind Schreibtische, Anrichten, eine Schmuckschatulle, eine riesige Werkbank und viele weitere Arbeiten. Die einzigartige Ausstellung lässt sich ab sofort und bis zum 5. Juni während der Öffnungszeiten von 9 bis 19 Uhr im Modehaus entdecken.

Seit 18 Jahren gute Tradition

Nortex-Verkaufsleiter Andy Grabowski heißt alle Interessierten herzlich willkommen, die Schau zu erkunden. Die Ausstellung gehört mittlerweile zur festen und beliebten Tradition im Modehaus – ein Ereignis, auf das sich viele Kundinnen und Kunden schon weit vorab freuen. Und für junge Menschen kann es spannend sein, herauszufinden, ob die Ausbildung zur Tischlerin oder zum Tischler ein passender Berufsweg sein könnte.

Mats Lindstädt (v.) hat als Gesellenstück einen stilvollen Schreibtisch getischlert. Gemeinsam mit Nortex-Verkaufsleiter Andy Grabowski, Arne Lindstädt sowie Eckhard Stegert (v.l.) lädt er dazu ein, die Gesellenstücke der Tischlerinnung Neumünster bei Nortex zu besichtigen. Foto: NortexFoto: Nortex

Stilvoll am PC spielen

Einer, der das für sich schon lange bejaht hat, ist Mats Lindstädt. Drei Jahre hat seine Ausbildung zum Tischler gedauert, nun ist der 23-Jährige fast fertig: nach dem Gesellenstück fehlen nur noch der schriftliche Abschluss und die Arbeitsprobe, beides wird er Mitte Juni absolvieren – dann ist er fertig ausgebildeter Tischler. Mats Lindstädt hat einen Schreibtisch mit großer Eichenholzplatte, leicht abgewinkelten Beinen und einer Halterung für den Gaming-PC konstruiert.

Foto: Nortex

In 100 Stunden zum Gesellenstück

Es ist sein erstes komplett selbst gebautes Möbel. Rund 100 Arbeitsstunden standen ihm und seinen Mit-Gesellen dafür jeweils zur Verfügung. In dieser Zeit musste viel erledigt werden: Es galt, das Möbel zu planen, sich für Werkstoffe zu entscheiden, diese einzukaufen, abzumessen und zuzurichten. Dann die Konstruktion selbst: Bei den Verzahnungen muss alles möglichst genau passen, Furnier wurde akribisch auf Plattenwerkstoffe aufgebracht und geklebt; auch Glas, Metall und andere Materialien, etwa verformbare Kunststoffe, kamen dabei zum Einsatz.

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Mit Holz und Co: Tischlern ist abwechslungsreich  

Zwischen den Ausstellungsstücken blickt Mats Lindstädt sichtlich stolz auf den von ihm getischlerten Schreibtisch. Was findet er attraktiv am Beruf des Tischlers? „Man sieht, was man gemacht“, sagt der junge Handwerker. Das ist ihm wichtig. Außerdem hat der Werkstoff Holz es ihm angetan: wie er sich anfühlt, wie flexibel er einsetzbar ist, wie er riecht. Dann die vielen Möglichkeiten, sich für einem speziellen Arbeitsbereich zu entscheiden, beispielsweise, als Bau- oder Möbeltischler zu arbeiten: „Es ist einfach ein sehr abwechslungsreicher Beruf, das mag ich“, so Mats Lindstädt.

Möbel in echter Handwerksqualität

Foto: Nortex

Sein Vater Arne Lindstädt ist Tischlermeister und Vorsitzender des Prüfungsausschusses, der die Arbeiten der Tischlergesellen und -gesellinnen bewertet. Bei Mats natürlich nicht er selbst, das übernahm jemand aus dem Kollegenkreis. „Jedes Werkstück muss am Ende bestimmte Kriterien erfüllen“, erläutert der 55-Jährige.

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So müssen die beschriebenen Dimensionen der Konstruktion exakt stimmen, passende Beschläge – etwa Scharniere und Winkel – fachmännisch eingebaut sein. Wenn sich am fertigen Möbel kaum eine Fuge oder Stoßkante erkennen oder ertasten lässt, zeugt das von Handwerksqualität.

Stil der 1960er Jahre kehrt zurück

Foto: Nortex

Aktuell nehme er im Möbelbau einen Trend zum Stil der 1960er Jahre wahr, so Arne Lindstädt. Es gibt wieder schräg abgewinkelte Tischbeine, auch rundere Formen sind gefragt. Oberflächen werden bunter, es werden mehr unterschiedliche Materialien verwendet. Bei den Gesellenstücken kamen häufig Eiche, Nussbaum, Kastanie und eine Kombination daraus zum Einsatz. Was macht sie so besonders? „Es sind Unikate – innerhalb der gesetzten Regeln können die Auszubildenden sich immer wieder neu erfinden“, sagt der Experte. „Ich finde, es sind einige Stücke dabei, die kann man zu Hause bei sich hinstellen.“

„4-Tage-Woche ist kein Tabuthema mehr“

Foto: Nortex

Eckhard Stegert ist der Ausbilder von Mats Lindstädt. Er sieht aktuell vieles, das sich im Tischlerberuf verändert: Die 4-Tage-Woche, Teil- und Elternzeit seien keine Tabuthemen mehr; etwa dann, wenn Tischler auf Montage seien. Es gehe darum, die Arbeit attraktiv zu gestalten, so Stegert – auch im Hinblick auf das Dauerthema Fachkräftemangel. Was immer gefragt bleiben wird, steht für ihn ebenso fest: „Leidenschaft und Engagement, auch nach Feierabend. Und Nachhaltigkeit und Regionalität: Beim Tischler kriegt man das Komplettpaket.“

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Die Ausstellung der Gesellenstücke der Tischler-Innung Neumünster ist ab sofort und bis einschließlich des 5. Juni 2023 bei Nortex zu sehen. Das Modehaus befindet sich am Grünen Weg 9-11 in Neumünster und ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 19 Uhr sowie am Samstag von 8.30 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter Telefon 04321/87000 sowie auf www.nortex.de.