„Das ist wie Fliegen“

Reif für die einzige deutsche Hochseeinsel? Der Katamaran „Halunder Jet“ steuert ab dem 3. April von dort aus Helgoland an

Brunsbüttel. Zwei Kiele, vier starke Motoren und Platz für 680 Passagiere: Ist die Rede vom „Halunder Jet“, wird klar, dass der größte Katamaran in der deutschen Nordsee ein besonderes Schiff ist. Ab Mittwoch, 3. April, nimmt er regelmäßig von Brunsbüttel aus Kurs auf Helgoland – das gab die Flensburger Reederei FRS Helgoline bekannt.

„Wir wollen unseren Kunden eine einfachere Anreise nach Helgoland ermöglichen“, sagt der Geschäftsführer der Reederei, Tim Kunstmann. Dazu habe das Unternehmen einen Fähranleger an der Elbküste gekauft und lässt diesen für den „Halunder Jet“ umbauen. Der Vorteil: Wer aus Schleswig-Holstein mit dem Katamaran auf Deutschlands einzige Hochseeinsel möchte, muss dann nicht mehr früh am Morgen zum Hamburger Hafen, sondern kann etwas später von Brunsbüttel aus via Cuxhaven nach Helgoland reisen.

Vier kräftige Hauptmotoren treiben den „Halunder Jet“ an. Foto: Nortex

Die Fahrt zum roten Felsen, in Luftlinie rund 50 Seemeilen entfernt, dauert nach Angaben der Reederei nur knapp zwei Stunden. In dieser Zeit treiben vier Rolls-Royce-Motoren den modernen, 2018 gebauten und 56 Meter langen Katamaran mit knapp 70 Kilometern pro Stunde über die Nordsee – und schließlich direkt in den Helgoländer Binnenhafen.

Robben und große Pötte inklusive

Kleine bunte Hummerbuden am Hafen der Hochseeinsel Helgoland. Foto: Tourismusagentur SH

Draußen auf hoher See: Was ist das für ein Fahrgefühl? „Das ist wie Fliegen, nur direkt übers Wasser – das sagen uns immer wieder Passagiere“, so Tim Kunstmann. Neben der Geschwindigkeit sei die Aussicht ein echtes Erlebnis, fügt er hinzu. „Allein schon, die Elbe runterzufahren, ist für viele Passagiere ein Highlight. Das ist eines der meistbefahrenen Seegebiete der Welt – da kann man immer wieder die großen Pötte bestaunen, zum Beispiel Frachter und Kreuzfahrtschiffe.“ In Cuxhaven sei die Kugelbake ein beliebtes Wahrzeichen. Und auf dem Weg nach Helgoland passiert das Schiff viele Sandbänke, auf denen sich Robben sonnen.

Der Brandungsfels „Lange Anna“ an der Küste Helgolands. Foto: Tourismusagentur SH

Die Autorampe des Fähranlegers in Brunsbüttel soll komplett erhalten bleiben. Auch, wenn Autos gar nicht vom „Halunderjet“ transportiert werden. Wohl aber Fahrräder und Rollstühle: Das Schiff ist barrierearm, an Bord legen 21 Besatzungsmitglieder viel Wert auf den „Wohlfühl-Faktor“ für alle Mitreisenden. Der „Jet“ verfügt über ein System, um das Schaukeln bei Wellengang zu dämpfen, eine vollwertige Gastronomie und frei verfügbares WLAN. Auf der für den 3. April geplanten Jungfernfahrt hat Tim Kunstmann geplant, mit an Bord sein. Anschließend werden bis zum 3. November jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag Fahrten angeboten. Die Nachfrage sei bereits vorab groß, schildert er.

Mehr Infos zu Abfahrtszeiten und Tickets finden sich im Internet auf www.frs-helgoline.de sowie unter Telefon 0461/864 44.